♥-lich willkommen auf meinem Blog. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, ich heiße Lena und komme aus Hessen. Ich hoffe euch gefallen meine Posts.

Montag, 3. Oktober 2016

Was ist schon Zeit?

Ist Kausalität ein Produkt der Zeit, oder ist Zeit ein Produkt der Kausalität? Ist Zeit ein Produkt der Existenz von Raum und Bewegung, oder existiert Bewegung nur aufgrund des Vorhandenseins der Zeit? Gibt es eine Gegenwart? Wenn ja, wie lange dauert sie? Ist sie nicht bereits Vergangenheit, wenn wir sie wahrnehmen? Gibt es nur eine einzige, universell gültige Zeit, oder gibt es mehrere, und vergehen diese immer gleich schnell? Existiert dieses Phänomen überhaupt, das wir „Zeit“ nennen, oder spielt es sich ausschließlich in unseren Köpfen ab? Gibt es darauf eine Antwort? –

Raum und Zeit: Ich habe gelesen ein Raum besteht immer aus drei verschiedenen Dimensionen, nämlich Länge, Breite und Höhe. Wir stellen uns ein Blatt Papier vor, ohne die Blattstärke würde es nicht exestieren, zumindest nicht vorstellbar. Oder nehmen wir einen einfachen Quader, sein Volumen rechnet sich aus den drei oben genannten Faktoren, setzt man einen davon auf 0, würde bei der Rechnung auch 0 rauskommen. Das hieße, nicht vorhanden in unserem Fall. Das Papierstück würde aber auch nicht existieren, hätte man es nie hergestellt. Für die Herstellung wurde wiederum eine gewisse Zeit benötigt. Gäbe es also keine Zeit, so gäbe es dieses Stück Papier genauso wenig wie alles andere für uns Existente, da alles Existente als Folge irgendeiner oder indirekt vieler Ursachen zu sehen ist. Ohne die Zeit gäbe es weder Ursache noch Wirkung (Kausalität), da jeder Wirkung eine Ursache vorausgeht und der Begriff „vorausgehen“ ohne die Zeit seine Bedeutung verlieren würde. Zusammengefasst: Ohne die Zeit gäbe es keinen Raum. Andersherum verhält es sich ebenso: Ohne den Raum gäbe es keine Zeit. Denn ohne letztere gäbe es auch keine Veränderung. Jegliche Veränderung setzt jedoch das Vorhandensein von Raum voraus, denn wo sich etwas verändert oder bewegt, muss auch Raum dafür vorhanden sein.

Gegenwart: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir den Moment mit einer kurzen Verzögerung wahrnehmen. Das Gehirn muss erst entscheiden, welche Informationen es aus der gigantischen Flut von Eindrücken, die uns unsere Sinne vermitteln, auch wirklich bis an unser Bewusstsein weiterleitet. Wenn wir unsere Realität also nur verzögert wahrnehmen, wann findet dann der Moment statt – also das, was wir eigentlich als „Gegenwart“ bezeichnen? Sehen wir die Gegenwart vereinfacht als Punkt auf unserer Zeitlinie der sich in Richtung Zukunft bewegt und sich exakt zwischen Vergangenheit und Zukunft befindet, ergibt sich ein weiteres Problem: Was ist Vergangenheit? Da weder die Vergangenheit noch die Zukunft zu irgendeinem erlebten Zeitpunkt existent ist, könnten wir die Vergangenheit als eine Ansammlung von Informationen in unserem Kopf sehen, die sich aus der bereits erlebten Gegenwart ergab. Mit der Zukunft verhält es sich noch komplizierter. Sie ist lediglich eine logische Schlussfolgerung daraus, dass Vergangenheit und Gegenwart eine Zukunft erfordern. Auf die Frage, wie lange ein Augenblick dauert, habe ich keine Antwort finden können, ich denke es ist der unterschiedlichen Wahrnehmung eines jeden Menschen geschuldet.

Zeitepfindung: Ist möglicherweise „Zeit“ auch nur ein Trugschluss, eine Interpretation, eine Empfindung? Wie wäre es dann zu erklären, dass sich ein Fußgänger langsamer bewegt als ein Autofahrer, der Autofahrer sein Ziel somit früher erreicht? Oder verwechseln wir womöglich die Begriffe „Geschwindigkeit“ und „Zeit“? Sind es nur Worte für ein und dasselbe Phänomen?
Wenn Zeit nur eine Empfindung ist, wäre es dann nicht möglich, diese Empfindung zu manipulieren? Könnten wir unsere Körperfunktionen verlangsamen, würden wir unsere Umwelt vermutlich schneller wahrnehmen; die Zeit um uns herum verginge in unseren Augen schneller. Die Situation wäre vergleichbar mit einer Kamera, die eine Szene besonders langsam aufnimmt. Entsprechend schneller läuft diese Sequenz ab, wenn man sie sich dann später ansieht. Gespenstisch ist die Vorstellung man könne die eigenen Körperfunktionen verschnellern, um den Moment zu verlängern. Die „uns umgebende Zeit“ würde dann langsamer ablaufen. Der Alarmton des Weckers würde uns als tiefes Brummen vorkommen, das Bild eines Röhrenfernsehers würden wir als flimmernde, aufeinanderfolgende Halbbilder wahrnehmen, ein Luftsprung würde trotz unveränderter Gravitationskraft viel länger dauern als gewohnt, und vermutlich würden wir die Trägheit des eigenen Körpers viel deutlicher spüren. 

Fazit: Beziehungsweise, der Versuch eines Fazits. Alles existiert im gegenwärtigen Moment, und das ist ein fundamentales Prinzip des Universums, das viele unserer Wissenschaftler immer noch versuchen zu erfassen. Zeit existiert nicht wirklich. Es gibt Dinge, die dir näher sind in der Zeit, und Dinge, die weiter weg sind, genauso wie es Dinge gibt, die dir nah oder weiter weg sind im Raum. Aber die Idee, dass die Zeit an dir vorüberfließt ist genauso absurd wie die Idee, dass dies der Raum tut. Einsteins Relativitätstheorie zufolge gibt es keine Möglichkeit, Geschehenisse zu bestimmen, die jedermann gleichzeitig wahrnimmt. Zwei Geschehnisse, die beide „jetzt“ geschehen, werden zu unterschiedlichen Zeiten von denen wahrgenommen, die sich mit einer anderen Geschwindigkeit bewegen. Wieder andere werden ganz ein anderes Jetzt erleben, das wiederum Elemente von deinem Jetzt beinhalten könnte, gleichermaßen aber auch nicht. Du kannst durchaus mit einem roten Punkt markieren, wovon du denkst es sei „jetzt“, aber es gibt nichts, das diesen Ort unterscheidet von jedem anderen, außer dass du dort bist. Und dieses gesamte Konzept erfüllt mich persönlich mit so viel Stress, dass ich am liebsten alle Uhren, Kalender und sonstiges loswerden will.