♥-lich willkommen auf meinem Blog. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, ich heiße Lena und komme aus Hessen. Ich hoffe euch gefallen meine Posts.

Montag, 28. März 2016

Die sprunghafte Liebe

Ja, es ist wieder so weit – heute gibt es einen Eintrag über Liebe. Aber interessanterweise nicht über die Art von Liebe, über die ich mich bereits in verschiedenen Arten und Weisen ausgelassen habe. Es geht weder um Langzeitbeziehungen, noch um naiv verliebte Teenager – also keine Liebe, die ich bereits selbst erlebt habe. Es geht um „Liebe“, die unmittelbar nach dem Ende der vorherigen Beziehung auftritt; Also folgendes Szenario: Eine lange, innige, jedoch am Ende nicht mehr allzu glückliche Beziehung endet und einer der beiden Beteiligten findet fast ohne Verschnaufpause einen neuen „Partner“.
Wir kennen alle Menschen, denen dies schon passiert ist – entweder wir haben dafür Verständnis oder nicht, das hängt natürlich immer von der Beziehung, die wir zu dieser Person haben, ab. Der schmerzvollere Teil ist natürlich der, wenn man selbst die verlassene - oder sagen wir neutraler „getrennte“ – Person ist, die mit der neuen Beziehung des alten Partners konfrontiert wird. Das ist mit Sicherheit die schwierigste Position, in der man sich überhaupt befinden kann. Zumindest scheint dies immer auf den ersten und zweiten, vielleicht auch den dritten Blick so. Vielleicht finde ich ja während dem Schreiben noch einen Weg, mich mit der Position des anderen auseinanderzusetzen und diesen sogar zu verstehen.
Zunächst soll es jedoch erstmal um mich gehen. Wie man sich vielleicht schon denken konnte, handelt es sich bei mir selbst um die „verlassene“ Person, die Person, die augenscheinlich des Öfteren am Boden ist und sich intensiv mit der heutigen Thematik beschäftigt – unabhängig davon, ob sie es will oder nicht. In meiner Position treffen verschiedene Gefühle aufeinander: Hass, Frustration, Abneigung – aber auch Eifersucht, das „Vermissen“ und vorallem, das wahrscheinlich am zentralsten, das Unverständnis. Letzteres ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich diesen Eintrag verfasse.
Egal wie sehr man versucht, mit der ganzen Situation abzuschließen, neu anzufangen und die restlichen Gefühle in einen Jutebeutel zu stecken, zuzuschnüren und ganz tief im Main versinken zu lassen – das Interesse an der neuen Beziehung des alten Partners ist unweigerlich vorhanden und zieht sich wie ein roter Faden durch den Alltag, der einen des Öfteren zum stolpern bringt.
Wie bereits gesagt, unter allen Gefühlen, die man hat, ist das Unverständnis bei Weitem am Größten. Man stellt demnach die Bedeutung der alten Beziehung für den alten Partner in Frage, man will ihn zur Rede stellen, anschreien und sich wie eine verrückte alte Tante aufführen. Auf der anderen Seite weiß man ganz genau, dass das erstens nichts bringt und zweitens nicht „richtig“ ist – wenn in dieser ganzen Geschichte überhaupt etwas falsch oder richtig ist. Das Gefühl der Überlegenheit, das mit der Zurückhaltung und dem geheuchelten Verständis gegenüber dem Ex einhergeht, ist übringens tausendmal befriedigender, als sich in ein Loch fallen zu lassen und bei dem mitzumachen, was wahrscheinlich die meisten anderen Menschen machen: lästern, hetzen und hassen. Man ertappt sich natürlich trotzdem immer wieder dabei und fühlt sich, obwohl man eigentlich keinen Grund dazu hat – schlecht. Einfach weil man die Person geliebt hat oder sogar noch liebt und eigentlich nur das Beste für sie will, so absurd und naiv das Ganze auch klingt. Hierzu gibt es ein paar sehr passende Zeilen aus dem furchtbar schnulzigen aber leider doch sehr wahren Lied „Jealous“ von Labyrith: (klick)

And I wish you the best of all this world could give
And I told you when you left me, there’s nothig to forgive
But I always thought you’d come back, tell me all you found was
Heartbreaking misery
It’s hard for me to say
I’m jealous of the way you’re happy without me
Das ist auch der Grund, warum man unbedingt VERSTEHEN will, was in dem Kopf des anderen vorgeht. Doch bevor ich dazu komme, gibt es natürlich noch ein wichtiges Thema, mit dem man sich obligatorisch auch beschäftigt. Die Person, die jetzt neu in diesem ganzen Spiel des Verlassenseins ist, nämlich die „Neue“ des Exfreundes. Abgesehen davon, dass man sehr schnell dazu verleitet wird, sie für die ganze Misere verantwortlich zu machen und ihr am liebsten den Kopf abzureißen, muss man immer wieder den Gedanken ertragen, dass sie wohl irgendetwas besser kann, als man selbst – es stellt sich automatisch ein Gefühl des Versagens ein. Und hier möchte ich bei der Analyse des Verhaltens des Ex – Partners ansetzen: Ist es wirklich so, dass man gegen etwas besseres ausgetauscht wurde? Dass man eine persönliche Minderleistung abgeliefert hat, es vielleicht sogar verdient hat, was einem zugestoßen ist? Auch wenn man das zunächst denkt, bin ich nach langem Überlegen dazu gekommen, dass es nicht so ist – zumindest nicht in meinem Fall. Ich möchte mich definitiv nicht in Geschichten über meine alte Beziehung verlieren, jedoch muss gesagt werden, dass wir ein auf gegenseitigem Vertrauen und Freundschaft beruhendes Verhältnis hatten. Das macht eine Situation wie meine irgendwie natürlich noch schwieriger zu begreifen, aber es bietet auch die Grundlage für meinen Erklärungsversuch: Vielleicht ist die neue Beziehung zwar auf der einen Seite ernst und es sind wirklich Gefühle im Spiel (dafür kennt man den Ex ja gut genug, dass er sich nur mit Menschen abgibt, an denen ihm etwas liegt), auf der anderen Seite ist die ganze Sache aber nur ein Verdrängungsversuch der eigenen Schmerzes, der eigenen Schuldgefühle und irgendwie eine Sache, die sich aus Bequemlichkeit ergibt und aus Bequemlichkeit bleibt. Abgesehen davon, dass dieser Gedanke natürlich sehr tröstlich ist, ist er zumindest in meinem Fall sehr logisch und meiner Meinung nach oft richtig. Da ich aber auch Gegenbeispiele kenne, muss ich sagen, dass es natürlich nicht immer so sein muss – manchmal findet man durch Zufall auch einfach jemanden direkt nach dem Ende einer langen Beziehung, der einem gibt was man braucht – am besten das, was der Ex nicht konnte.

Der folgende Teil des Eintrages ist der, vor dem ich mich am Meisten gefürchtet habe: das Fazit.


Fazit ziehen bedeutet abschließen, zusammenfassen und am besten noch ein Appell an die Leser richten, damit sie mit einer ähnlichen Situation richtig umgehen können. Das ist in diesem Fall aber irgendwie fast unmöglich – es fehlt nämlich, zumindest bei mir, das persönliche Fazit und die Erkenntnis. Ich bin mir zudem leider sehr sicher, dass das auch nie kommen wird. Trotzdem kann man sagen, dass jede Situation komplett unterschiedlich ist und man NIE etwas über einen Kamm scheren kann. Und dass man es einfach irgendwie akzeptieren muss, egal wie schwer es fällt, denn die Hoffnung, dass der alte Partner das Ganze irgendwann als „heartbreaking misery“ wegschmeißt und zurückkommt, bleibt leider.                                                                                                                              - GASTEINTRAG !