♥-lich willkommen auf meinem Blog. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, ich heiße Lena und komme aus Hessen. Ich hoffe euch gefallen meine Posts.

Montag, 25. Januar 2016

Bald geschafft

Heute wurde der Vertrag unterzeichnet, der über den Rest meines Lebens bestimmt, mir eine sichere Zukunft gewährt. Es ist nun fest, mein Vater muss unser Haus verlassen, wegziehen und ich darf alleine wohnen, wenn es gut läuft, sehe ich ihn nicht mehr. Unser Zusammenleben war in all den Jahren nach dem Tod meiner Mutter keins, selbst die Tatsache, dass man sich doch Tag für Tag gesehen hat, änderte daran nichts. Wir wissen von einander nur das Nötigste, niemand erzählt aus dem Alltag, von Schule oder Arbeit, es gibt keine Feiertage, die wir gemeinsam verbringen, nicht einen Geburtstag, an dem etwas unternommen wurde. Von Beginn an gab es Streit, heftige Auseinandersetzungen, die keinen voran gebracht haben, uns immer weiter distanzierten. Spätestens wohl seit 2013 wurde aufgegeben, das hat man gemerkt, ich glaube wohl wir beide hatten eingesehen, dass wir nie wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnten, nicht Vater und Tochter füreinander sind. Die Stimmung zu Hause ist häufig am Nullpunkt, sehen wir uns mal wieder für fünfzehn Minuten am Abend, so bin ich stets froh keine Frage gestellt zu kriegen. Jedenfalls ist es besser für die Beteiligten, müssen ich und er unter keinem Dach mehr wohnen. Freue mich schon unendlich darauf, dass dieser Störfaktor aus meinem Leben verschwindet. Wie es für ihn nach dem Umzug weitergehen wird, das ist ungewiss, ich werde ihn vermutlich nicht danach fragen. Es ist mir egal wohin er geht, wie er weitermacht, wie die Zukunft eben ausschaut. Das was ich in guten zwei Monaten mache, ist eine Entscheidung in die Tat umgesetzt, die ich lange für mich beschlossen habe. Zu viele Fehler, die er begangen hat, mich vernachlässigt und belogen über Jahre, unverzeihlicher Art, haben mich dazu gebracht. Ich werde als allererstes das Türschloss austauschen und somit den Kontaktabbruch für mich besiegeln. Nach all dem, was vorgefallen ist, werde ich wieder vollständig glücklich sein und das ohne ihn. Manchmal finde ich es selbst komisch zu lesen, wie ich ihn hier Vater nenne, wo er dies für mich seit einer Ewigkeit nicht mehr verkörpert und rein biologisch Gott sei Dank! auch nicht ist. Ich werde ihn im Fortlauf der Zeit weder besuchen, noch auch nur einmal in das Haus lassen, er wird nicht im Publikum sitzen und klatschen, wenn ich mir mein Abiturzeugnis abhole oder vorm Altar stehe. (Falls das in hundert Jahren tatsächlich klappt.) Wird nicht erfahren, wo ich studiere, arbeite, mit wem ich meine Zeit verbringe. Klar, das klingt für Außenstehende hart, zu hart, aber wer so denkt hat keine Ahnung wie getrübt meine gesamte Jugend durch ihn war. Ich warte nun also schon seit ich ungefähr 15 bin, dass diese andauernde Last mir abgenommen wird und bald ist es tatsächlich so weit. Es gibt kein Zurück mehr, nicht für ihn und nicht für mich, er wird gehen. Er muss. Und vielleicht sehen wir uns auf seiner Beerdigung wieder, aber gewiss in der Hölle.