♥-lich willkommen auf meinem Blog. Wenn ich mich kurz vorstellen darf, ich heiße Lena und komme aus Hessen. Ich hoffe euch gefallen meine Posts.

Donnerstag, 26. November 2015

Geht das nur mir so?

Mein Kühlschrankinhalt besteht aus Salami und Avocados. Wenn ich Post bekomme, sortiere ich sie ungeöffnet in kleine Stapel, die sich auf meinem Wohnzimmertisch türmen. Manchmal verlasse ich das Haus nicht, weil ich lieber Dragonball gucke oder schlafe. Ich finde das okay. Wenn ich aber in Facebook oder Instagram rumscrolle, scheine ich mit dieser Ansicht ziemlich allein zu sein. Von wegen planlose Generation, zwischen FSJ und Praktikum! Hochzeitsfotos reihen sich an Babyfotos und Fotos von Arbeitsverträgen, Bachelorarbeiten etc. Ich bin nicht mal zwanzig, aber es fühlt sich so an, als hätte ich mich in eine Horde Enddreißiger verirrt. Da werden Zukunftspläne per Status offenbart, als könnten wir es nicht erwarten, endlich Teil der Erwachsenenwelt zu werden.
Obwohl wir immer älter werden, wird unsere Jugend immer kürzer. Und die Zeit die wir mit Verantwortung und Arbeit verbringen, immer länger. Der Druck einen vollendeten Plan A und ebenbürtige Pläne B und C zu haben, baut sich bereits während der Schulzeit auf. Kein Abitur zu machen ist keine Option, danach sollte man auch studieren. Auf den Bachelor wird der Master gesetzt und dann folgt hoffentlich die großartige Karriere!
Keine Ahnung zu haben scheint mir das Schlimmste zu sein, was einem jungen Menschen passieren kann. Jede Reise muss die kulturelle Erleuchtung bringen. Jeder Nebenjob sollte gut im Lebenslauf aussehen. Klingt nach einem Klischee, ist aber Realität. Die Welt um mich herum ist der Beweis. Ich lerne Dinge für die Schule in und auswendig, ohne zu wissen, was ich damit anfangen kann. Mit dem Abitur wird es schon irgendwas was, also warum nicht? Und zur Not mache ich irgendwann ein Café auf, wenn das belanglose Studium nicht die Erfüllung einer Träume ist. Die Vorstellung mit 17, 18 oder 19 Jahren wissen zu müssen, was ich für den Rest meines Lebens machen will, finde ich unrealistisch. Aber verkürzte Schul- und Studienzeiten, eine schlechte Jobsituation und unsere leistungsorientierte Gesellschaft, lassen wenig Zeit, uns auszuprobieren. 
Nicht dass mich jemand falsch versteht, ich freue mich für alle, die jetzt schon gefunden haben, was sie glücklich macht. Vielleicht bin ich bloß auch neidisch, dass ich nach einem langen Schultag nicht von meinem Zukünftigen, sondern von zwei Katzen begrüßt werde. Dass ich nichts auf der hohen Kante habe, sondern alles für Videospiele oder Sushi verschleudere. Ich bin mir bewusst, dass diese Gelassenheit nicht von ungefähr kommt, wenn einem niemand in den Arsch tritt, wieso sollte man was Produktives tun? Trotzdem oder gerade deshalb beobachte ich mit einer Mischung aus Faszination und Irritation, sie früh sich viele lachend ins Hamsterrad stürzen. Ich kann nur mutmaßen, woher meine Freundinnen und Freunde, die aus der selben Schicht, wie ich, kommen, die Motivation dafür nehmen. Die Welt wird nun mal immer unbeständiger, ein gutes Abitur ist keine Garantie für finanzielle Absicherung. Dating-Apps machen Menschen zu Konsumprodukten, da bietet ein 5-Jahres-Plan Sicherheit.
In stillen Momenten frage ich mich ab und zu, wo ich eigentlich den Anschluss verpasst habe. Ob es eine magische Tür gab, die in ein geregeltes Erwachsenenleben führt und die ich irgendwie übersehen habe. Vielleicht haben mir die Berge Geschirr oder schmutziger Wäsche die Sicht darauf versperrt. Wer die Tür also findet, darf sich gerne melden!